2006|2009 | Wien 3 > Karte
Auftraggeber: bauhilfe, sozialbau, wohnfonds_wien
Architekten: geiswinkler, querkraft

Der soziale Wohnbau hat in Wien eine fast hundertjährige Tradition und nach wie vor große Bedeutung. Freiraumqualitäten rücken jedoch erst in jüngerer Vergangenheit in der Vordergrund. Seit kurzem werden für Großprojekte bauplatzübergreifende Freiraumkonzepte gefordert. Das Karree St. Marx ist dafür ein anschauliches Beispiel.

Das „Karree St. Marx“ liegt am Übergang der dicht verbauten Stadt zur gewerblichen Peripherie Wiens. Hier entstanden, auf Basis des Masterplans, den 3:0 gemeinsam mit dem Büro Geiswinkler im Jahr 2004 entwickelt haben, ca. 340 geförderte Wohnungen auf 3 Bauträgerplätzen sowie dichte Zeilenverbauung mit gemischten Nutzungen an der „Stadtkante“ zur Schlachthausgasse.

Der spannendste Aspekt für dieses neue Wohngebiet liegt, aus der Sicht der Landschaftsarchitektur, in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Wiener Naturdenkmal “Donauprallhang“ und der Lage im Landschaftsraum des Erdberger Mais mit seinen stark pannonisch geprägten Vegetationsstrukturen.

Der Freiraum im Karree St. Marx zeichnet sich durch eine über alle Bauträger-Plätze erstreckende , standortgerechte und somit ökologisch angepasste Pflanzenwahl aus. Die Bepflanzung orientiert sich an der ursprünglich am Ort vorgefundenen Vegetation. Durch die seitens der Stadt geförderte und vom wohnfonds_wien unterstützte Freiraumkoordination war es in diesem Projekt möglich, über die klassischen Bauträgerplatzgrenzen „hinweg zu denken“. Der Freiraum fungiert als übergeordnete Klammer und identitätstiftendes Element für den neuen Stadtteil. Das gemeinsame Ziel des Projekts ist deshalb die Abstimmung der Materialien und Elemente im Freiraum ebenso wie der Wegeführung und Ausstattung der Kinder- und Jugendspielinfrastruktur.